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Weltmeisterliche Segelflieger aus der Rhön
Mit CONTI® SYNCHROCHAIN über den Wolken
Eine doppelsitzige Binder EB 28 mit ausgefahrenem Motarantrieb
Ein schöner Wintertag unter blauem Himmel in der Rhön. Wir stehen vor dem kleinen, aber sehr feinen Luftfahrt-technischen Betrieb „Binder Flugzeug- und Flugmotorenbau“ im hübschen 3500-Seelen-Örtchen Ostheim v.d. Rhön und schauen über die sanfte Landschaft Richtung Nordwesten, wo sich am Horizont Hessens höchster Berg bis auf fast 1000 Meter Höhe über N.N. erhebt. „Da drüben auf der Wasserkuppe hat alles angefangen“, sagt Walter Binder, ein drahtiger älterer Herr, dem nichts fremd ist in der Welt der Segelflugzeuge und Flugmotoren.
„Angefangen“ hat hier das, was heute die Rhön prägt und die Wasserkuppe zum weltweit bekannten „Berg der Segelflieger“ gemacht hat. Infiziert vom „Segelflug-Virus“ gründete Walter Binder 1979 hier in der „Wiege des Segelfluges“ sein Unternehmen und beschäftigte sich mit der Entwicklung und dem Bau hochwertiger Klapptriebwerke. Sein Neffe Oliver Binder - der ebenfalls das „Segelflug-Gen“ schon in jungen Jahren in sich trug - sitzt heute mit in der Leitung des Unternehmens. „Unabhängigkeit beim Segelfliegen ist eines unserer großen Ziele“ sagt Walter Binder. Also kein Gummiseil, das in den Anfangsjahren die Flieger in die Lüfte zog. Keine Seilwinde, kein schleppendes Motorflugzeug. Das Segel-flugzeug sollte autark starten und mit eigener Kraft zurückkehren können zum Startflugplatz. Vorläufiger Höhepunkt dieser Entwicklung ist ein Triebwerk in der Segelflugzeug-Eigenentwicklung EB 29. An Bord dieser einsitzigen Hochleistungsmaschine wurde 2010 der 38jährige Michael Sommer im ungarischen Szeged zum dritten Mal Weltmeister der sogenannten „Offenen Klasse“, der Formel 1 des Segelflugsports.
Polyurethan-Zahnriemen CONTI SYNCHROCHAIN 2400 CTD-8M in einem geklappten Binder-Antrieb
Zentrales Bauteil des Antriebes ist neben Motor und Luftschraube ein CONTI SYNCHROCHAIN-Polyurethan-Zahnriemen von Mulco-Partner und Zahnriemen-Hersteller ContiTech Antriebssysteme. Pilot Michael Sommer arbeitet bei der ContiTech-Muttergesellschaft Continental Automotive in Shanghai/China und hält die Binder-Maschine EB 29 für „das derzeit beste Segelflugzeug der Welt“. Schon vor mehr als 30 Jahren bevorzugte Walter Binder bei klappbaren Triebwerksystemen den Zahnriemen als Übertragungselement vom Motor zur Luftschraube. Die von Binder entwickelten Motoren besitzen neben einem hohen Wirkungsgrad auch einen geringen Schadstoffausstoß. „Das günstige Verhältnis zwischen dem Gewicht unserer Klapptriebwerke bei möglichst großer Leistung, sorgt für eine hohe Lebensdauer und Betriebssicherheit“, sagt Walter Binder. Alle Leistungsmerkmale sind auf die jeweilige Anwendung hin optimiert, wobei besonderes Augenmerk auf „geringem Gewicht bei höchstem Wirkungsgrad und extremer Sicherheit“ liegen.
Walter und Oliver Binder entwickelten und verfeinerten den heute aus dem Segelflugsport nicht mehr weg zu denkenden klappbaren Antrieb immer weiter und nahmen auch Anleihen beim Automobilrennsport. So setzt man heute - wie auch im Flugzeugbau - auf die extrem leichte und doch hochfeste Kohlefaser für den Träger der gesamten Motor/Schraube/Anlassereinheit und stieß bei der Suche nach der optimalen Kraftübertragung auf den CONTI SYNCHROCHAIN Polyurethan-Zahnriemen.
Detail aus einem Binder-Klappantrieb
„Wir setzen in diesem Antrieb einen Solo-Zweitaktmotor mit 625 ccm Hubraum und hohem Drehmoment ein“, erläutert Oliver Binder. Dabei „powert der Motor mit 6200 Umdre-hungen in der Minute und einem Drehmoment von rund 70 Nm nach dem Anlassen los“ und das müsse mit einer 3:1-Übersetzung über den Zahn-riemen an die Luftschraube gebracht werden. 165 Kg Standschub messe man dabei auf dem eigenen Prüfstand. Hier müssen alle fertig montierten Antriebseinheiten Tests auf Leistung, Schub und Verbrauch durchlaufen.Das Unternehmen Binder hat lange Erfahrung im Einsatz von Zahnriemen für den Antrieb der im eigenen Betrieb gefertigten Luftschraube. Deshalb kam man mit einem ganzen Paket sehr konkreter Vorstellungen auf der Suche nach dem optimalen Polyurethan-Zahnriemen auf
Mulco-Partner Roth-Ingenieurtechnik Nürnberg/München und dessen Berater Reinhold Michl zu: „Wir empfahlen und lieferten den CONTI SYNCHROCHAIN. Dieser Zahnriemen verfügt über Präzision, Betriebssicherheit und eine hohe Reißfestigkeit bei außergewöhnlicher Zugkraft. Auch von der Kostenseite her ist er mit seiner hohen Effizienz sehr interessant“. Oliver Binder stimmt zu. Insbesondere das neu entwickelte CTD-Profil habe es ihm angetan, weil es bei den hier anliegenden hohen Drehmomenten ein harmonisches Zahneinlaufverhalten und hohe Laufruhe biete. Warum man zu CONTI SYNCHROCHAIN gewechselt ist, zeigt Binder im Gespräch noch einmal deutlich an ausgetauschten Riemen von Wettbewerbern, die der CONTI SYNCHROCHAIN mit seiner Überlegenheit unter den leistungsstärksten Zahnriemen aus dem Felde schlagen konnte.
Im Cockpit der Weltmeistermaschine EB 29: Oliver Binder. Er erklärt Reinhold Michl von Mulco-Partner Roth Ingenieurtechnik, Nürnberg/München, wie die gesamte Motoreinheit ein- und ausgefahren wird
Im Hof der Flugzeug- und Motorenmanufaktur steht auf ihrem Transportanhänger die mit den höchsten sportlichen Weihen dekorierte Weltmeistermaschine EB 29. Nicht ohne sichtbaren Stolz zeigt Oliver Binder uns die Highlights, die den Erfolg dieses eleganten Fliegers von fast 30 Metern Spannweite aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CfK), Kevlar und glasfaserverstärktem Kunststoff (GfK) ausmachen. Seien es die makellose, nach einem speziellen Verfahren beschichtete weiße Hülle mit ihrer eleganten Formgebung oder die vielen technischen Details und Feinheiten, die in der Summe dieses großartige Flugzeug ausmachen. Mit einer Gleitzahl von 60 gehört sie zu den weltweit besten Maschinen überhaupt.
Beim intensiven Blick auf den optimierten Klappantrieb sticht die überaus präzise Ausführung der Technik ins Auge. „Im Flugzeugbau wird jedes einzelne Teil akribisch dokumentiert und katalogisiert. Der kleinste Pfusch würde sich bitter rächen“, betont Oliver Binder. Der CONTI SYNCHROCHAIN füge sich da sowohl von seiner Konstruktion als auch hohen Fertigungsqualität würdig ein.
Schnittbild CONTI SYNCHROCHAIN Polyurethan-Zahnriemen
Reinhold Michl greift das Stichwort „Konstruktion“ auf und erläutert an einem Schnittbild den Aufbau des CONTI SYNCHROCHAIN-Hochleistungsriemens:
„Zwischen Riemenrücken und Zähnen aus Polyurethan sitzt der Zugstrang aus Aramidfaser mit paarläufig gespulter S/Z-Drehung. Die Zähne tragen ein spezialbehandeltes Gewebe und auf der Laufseite eine PE-Folie. Diese besondere Kombination erlaubt hochdynamische Beanspruchung bei Riemengeschwindigkeiten bis v = 40 m/s und ist selbst für den Einsatz von Rückenspannrollen und Gegenbiegung geeignet.“ Mit allen Teilen gerade einmal 75 Kilogramm wiegt die Motoreneinheit mit elektrischem Anlasser, Triebwerks-Träger, Abgasanlage, Kühlsystem, Riemengetriebe mit Fliehkraft-Rutschkupplung und Propellerstoppeinrichtung. Die Wartungsintervalle für den Zahnriemen liegen bei den stoßbelasteten Antrieben bei 50 Stunden Laufzeit. Inspektion oder Austausch sind durch den Einbau des Riemens von vorne sehr leicht und schnell zu erledigen.
Mit dem erfolgreichen Einsatz in den Maschinen von Binder zeigt der CONTI SYNCHROCHAIN eindrucksvoll, dass er auch bei sehr außergewöhnlichen Anwendungsfällen die richtige Wahl als Hochleistungs-Zahnriemen ist.
Mulco-Europe EWIV
Garbsen, 4. April 2011


